Monatsarchiv

März 2018

Gedanken, Goldig, Life, Work

Goldig | Vom Bauchgefühl und nicht scheitern wollen…

anna vor goldig laden sitzend

2012 entschloss ich mich nach über zwei Jahren Fernbeziehung meine Koffer zu packen und von Köln nach Hamburg zu ziehen. Zwei lange Jahre hatte ich mich für eine Fernbeziehung und gegen Hamburg entschieden, denn ich hatte mir ehrlich gesagt nie vorstellen können mein geliebtes Köln zu verlassen. Da waren all meine Freunde, mein kleiner Goldig Laden, meine wunderschöne Wohnung direkt gegenüber und und und… Nun ja, wie das Leben nun mal so spielt, kommt dann doch alles anders als man denkt und im Sommer 2012 wurden Umzugskartons gepackt. Ich hab im Umzugsauto bis Remscheid geheult und fand anfangs vieles doof hier oben im Norden, aber die Tatsache dass ich von da an meinem absoluten Lieblingsmenschen so viel näher sein konnte, machte doch vieles erträglich – bis schön.

Aber fangen wir von vorne an:

Steffi, eine Freundin (unsere Männer arbeiten zusammen) und Gründerin eines der schönsten Cafés in Hamburg, Gretchens Villa rief mich Ende 2011 an und sagte zu mir:“ Anna, neben mir wird ein Laden frei – den musst du haben!“ Ein Laden in Hamburg aufzumachen, war mir bis dato ehrlich gesagt noch nicht wirklich in den Sinn gekommen, denn wie gesagt Anna + Köln= Big love forever! Da ich der wohl neugierigste Mensch auf der Welt bin, fuhr ich ein paar Tage später ins Karoviertel auf die Marktstraße um mir das Ding wenigstens mal anzuschauen, denn gucken kann man ja mal! Die Fläche war wahnsinnig runter gerockt, überall standen nur Kartons rum aus denen man Saleware kaufen konnte. Die Wände waren in Schwammtechnik abwechselnd rot, blau, oder auch hübsch orange gestrichen – eine Katastrophe! Dennoch hatte dieser Laden irgendetwas, was mein kleines Herz höher schlagen ließ und so hörte ich ein Mal mehr auf mein doch sehr zuverlässiges Bauchgefühl und entschied mich dazu meine Zelte in Köln abzubrechen und nach Hamburg zu ziehen – Schließlich hatte ich ja jetzt hier eine neue berufliche Herausforderung.

Meine Intuition war schon immer ziemlich gut, denn was ich beim Unterschreiben des Mietvertrages damals noch nicht wusste: Ich war schwanger! Also war, im Nachhinein betrachtet, der Zeitpunkt perfekt um die Stadt zu wechseln und mit meiner großen Liebe eine kleine Familie zu gründen.

1+1=3

Mittlerweile wohne ich nun schon sechs Jahre hier und möchte nicht mehr weg. Klar fehlt mir manchmal noch Köln, meine Freunde und manchmal auch meine kleine Wohnung, in der jahrelang die besten Küchenparties stattfanden. Doch Hamburg ist jetzt mein zu Hause, denn “Home is where your heart is…”. Außerdem habe ich Köln als Andenken ja auch noch einen Goldig Laden hinterlassen, vorsichtshalber, damit mich dort niemand vergißt und ich jederzeit einen Grund habe, die alte Heimat zu besuchen.

Den Kölner Goldig Shop gibt es bereits seit 2010. Er war ebenfalls nie geplant, sondern klingelte irgendwann an meine Tür und gastfreundlich wie ich bin, ließ ich ihn herein. Eine kleine, 35qm Fläche birgt nicht so ein großes Risiko, dachte ich damals und wagte den Schritt. Ich habe mir mal geschworen, dass ich später niemals sagen will “Ach hätte ich doch…!” und mit dieser Einstellung gehe ich durch´s Leben. Ich treffe Entscheidungen IMMER aus dem Bauch heraus, für viele in meinem Umfeld undenkbar – Für mich mein Schlüssel zum glücklich sein. Ich bin meinem Bauch sehr dankbar für diesen Weg, denn auch wenn es nicht nur Erfolge gab, muss ich zurückblickend doch sagen, dass alles seinen Sinn hatte und ich durch Niederlagen nur stärker geworden bin.

goldig köln 20102010 Goldig Köln | Anhand der Bilder sieht man wie die Zeit vergeht, oder?

 

Wenn das Wörtchen “Wenn” nicht wäre…

Wenn ich in meinem ersten Job geblieben wäre, dann würde ich seit mittlerweile zwanzig Jahren als Gestaltungs-Technische-Assistentin in irgendeiner Agentur arbeiten. Wenn ich nicht zwei Mal darauf mein Studium abgebrochen hätte, weil das Herz nicht glücklich war und ich mich in der Uni ständig fehl am Platz gefühlt hätte, dann wäre ich jetzt vielleicht Photoingeneurin oder hätte Medienwissenschaften zu Ende studiert – Der Bauch hat aber “Nein” gesagt. Das erste Mal erfüllt war ich mit 28 Jahren, als ich mein Schauspielstudium beendet hatte. Das Herz schlug vor Freude, als ich dann kurz darauf meine erste, feste Hauptrolle bei “Sturm der Liebe” bekam. Nach einam Jahr dort kam erst mal… Nichts! Hier und dort kleine Rollen, aber die Zeit dazwischen, in der man rumsitzt und wartet, dass der Agent anruft und ein Casting für dich hat war für mich die Hölle! Ich ertrage keinen stillstand und so übernahm ich erstmals die Storeleitung in einem kleinen Klamottenladen, der Cyroline hieß. Kurze Zeit später kaufte ich diesen Laden und hatte plötzlich sechs Mitarbeiter und ne Menge Verantwortung! Drei Jahre später dann der eigene und erste Goldig Laden in Berlin. Wieso Berlin? Na weil da gerade einer frei war! Alle Leute um mich rum bekamen panisch rote flecken, ich wagte den Schritt trotzdem. Und drei Monate später wurde dann der kleine Store gegenüber meiner Kölner Wohnung frei, den ich schon immer so hübsch fand und mietete ihn ebenfalls an. Wie gesagt, 2012 folgten die Hamburger Läden Goldig im Karoviertel und 2014 Goldig Ottensen.

goldig hh eingang 2012Anfang 2012: Goldig im Karoviertel

 

goldig altSo sah unser selbst zusammengebastelte Goldig Laden auf der Marktstrasse von 2012-2017 aus!

 

goldig karoviertel neuUnd so sieht der neue Goldig Hamburg aus ♥ (Marktstrasse 143)

Jugendlicher Leichtsinn war mein Schlüssel!

Wenn ich heute darüber nachdenke, muß ich mir in Gedanken fast mal selbst auf die Schulter klopfen, denn so viel Mut hätte ich heute, zehn Jahre später nicht mehr. Die kleinen Läden verschwinden mehr und mehr und müssen für die großen Platz machen oder erliegen dem Onlinehandel. Trotzdem habe ich immer daran geglaubt, dass man bei Goldig sieht, wieviel Liebe, Arbeit und Individualität dahintersteckt.

Letztes Jahr habe ich dann noch mal einen für mich richtig großen Schritt gewagt und bin mit Goldig in Köln umgezogen. Nur ein paar Häuser weiter, aber die Fläche ist dreieinhalb Mal so groß, wie unsere alte, kleine Goldig Puppenstube und die Angst zu scheitern war nie größer. Kleine Info am Rande: In keiner deutschen Großstadt sind die Ladenmieten so hoch wie in Köln! Die Chance auf einen halbwegs bezahlbaren Laden in der Lage ist quasi ein Sechser im Lotto! Und nach dreimonatigem Hin- und Her hatte ich ihn, diesen Lottogewinn. Zusammen mit meinem großartigen Team und meiner ebenfalls großartigen Architektin Anne (die mittlerweile auch eine großartige Freundin geworden ist) haben wir Ende 2016 einen Laden entworfen, der keinen meiner Mädchenträume offen lies. Erstmalig wurde der Ladenbau professionell und mit Konzept entworfen, denn in der Vergangenheit habe ich meine Läden immer zusammen mit Freunden und meinem Mann “gebastelt”. Das Geld war rar und irgendwo Schulden machen oder mir große Summen Geld leihen wollte ich nicht, dafür war ich zu stolz. Dennoch war nach sieben Jahren Zeit für einen Neuanstrich und am 27.01.2017 wurde unser Umzug und die Neueröffnung von “Goldig the concept store” in Köln mit ordentlich Remmidemmi gefeiert (Hier gibt´s noch mehr Bilder).

Hallo “Goldig the concept store”

 

 

Erstmalig gibt es bei Goldig auch Interieur

 

 

 

Nanda Schwarz, ich, Geraldine  von Herzüberkopf und Kathrynsky
Crewlove

 

Die Bude platzt aus allen Nähten!

 

 

 

 

 

Beste, schönste und leckerste Cupcakes und Cookies von Eva Cologne

 

 

 

Mitte letzten Jahres fing sie wieder an, die Phase in der ich permanent überarbeitet, gestresst und ausgelaugt war. Durch den großen Laden und den damit verbundenen unerwarteten Erfolg mussten wir wahnsinnig aufstocken was Mitarbeiter anging und Strukturen einführen, was für jemanden wie mich der das ganze BWL Drumherum nie gelernt hat, eine Herausforderung war und ist: 24 Mitarbeiter und erstmalig eine Auszubildende, drei Läden, eine Familie und einen Blog, zudem die Drehtage für Red.Style – mir fehlte die Luft zum Atmen. Ich konnte Niemandem richtig gerecht werden, am allerwenigsten mir selbst. Eine Entscheidung musste her, denn so wie es momentan lief, konnte es nicht weitergehen.

Notbremse ziehen!

Das Schönste an meinen Tätigkeiten ist die Vielseitigkeit und das Gefühl von Freiheit. Ich war nie wirklich angestellt, höchstens mal während der Schauspielschule nebenbei in Klamottenläden oder danach eben für ein Jahr bei “Sturm der Liebe”. Und selbst da wurde mir nach einem Jahr bewusst, dass der geilste Job nach dreihundert Drehtagen sich auch wie “Und täglich grüßt das Murmeltier” anfühlt. Ich brauche einfach Abwechslung und die Freiheit, selbst entscheiden zu können, wann ich kreativ bin und sein möchte und wann eben nicht. Wann ich Lust auf Bloggen, auf Drehen, auf Urlaub oder auf Läden bauen und Kollektionen ordern habe. Diese Freiheit bedeutet aber eben auch, dass ich Verantwortung habe und das Risiko trage, all meine Mitarbeiter zu bezahlen und meine Rechnungen ebenso und am Ende des Tages nicht selbst zu verbrennen.

Aus diesem Grund habe ich mich Anfang 2018 entschieden, mich mehr zu fokussieren auf die Dinge die ich liebe und zu reduzieren, damit ich auch weiterhin meine Traumberufungen ausleben darf. Die Konsequenz war, mich von einem der drei Läden zu trennen. Goldig Ottensen wird es ab dem 01.05.018 nicht mehr geben. Anfangs hatte ich Angst, dass es sich wie eine Niederlage anfühlen würde, aber seitdem ich diesen Entschluß gefasst habe fühle ich mich irgendwie befreit und leicht.

Manchmal muss man auch inne halten und nachhören, ob das Herz noch brennt und der Bauch noch “Ja!” sagt, oder ob man vor lauter “Verwirklichung der Träume” schon gar nicht mehr spürt, was das Herz möchte…

 

Anna vor goldig laden

Ich kann den Fokus auf zwei Läden setzen, aber drei sind einer zuviel gewesen. Deswegen habe ich mich für meine beiden liebsten Standorte entschieden. In Köln, sowie auf der Marktstraße habe ich selbst lange Zeit im Laden gestanden und viele Stammkunden kennengelernt. Beide Läden habe ich noch selbst gebaut und deswegen eine große Bindung zu ihnen.  Deswegen haben wir Anfang des Jahres auch dem Laden auf der Marktstraße noch einen hübschen Neuanstrich verpasst und jetzt ist er eine Mini-Version von Goldig Köln – ich bin schockverliebt! Ich möchte unseren treuen Kunden und meinem tollen Team damit etwas zurückgeben, denn ohne euch wäre das alles nicht möglich!

#goldiglovesyou

 

goldig schaufenster

Vicky Wanka GoldigVicky Wanka kam auch vorbei ♥
Leckeres von Flour Rebels
Die hübschen Mädels von Shopphisticated
Kühle Drinks von Borco

goldig opening

Steffi von Gretchens Villa…Danke!
Full House beim Re-Opening-Gig unserer Hausband Revolverheld ♥

goldig opening revovlerheld

 

WIN!

 Ich schenke euch die zwei letzten, prall gefüllten Goodiebags von der Eröffnungsfeier und hier gibt es mal ein paar Bilder vom neuen Lädchen für all diejenigen, die es bisher nicht zu uns geschafft haben.

Hinterlasst mir einen Kommentar oder schickt eine E-Mail an anna@annawolfers.de

goldig goodiebag

 

Photos by Leonie Hinrichs

 

 

 

 

 

 

 

Fashion, Love, Outfits

Lieblingspiece JUMPSUIT | *Affiliate

 

titelbild Jumpsuit gelbDer Frühling war zum greifen nah und jetzt? Am Montag stieg ich nach zwei Wochen Summerfeeling bibbernd bei -5 Grad aus dem Flieger aus Südafrika! Und das alles, obwohl ich meinem kleinen Jungen seit Monaten erzählt habe, dass wenn wir aus Südafrika zurück sind, hier in Deutshland auch endlich der Fühling da ist…Pustekuchen! Weiterlesen

Life, nom nom

Lowcarb / Ketobrötchen | Die Rettung nach einem Monat ketogener Ernährung

Ketobrötchen Titelbild

Wow! Ich hätte es selbst nicht gedacht, aber ich lebe nun schon seit achtundzwanzig (!) Tagen ketogen. Keine Nudeln, kein Brot, keine Kartoffeln, keine Milch, keinen Zucker. Dafür viel Fleisch, Fisch, Eier, Avocado, Salat und Gemüse. Ich hab mich wirklich dran gewöhnt und das, obwohl ich früher mindestens einmal am Tag Nudeln gegessen habe. Und wenn ich ehrlich bin, fühlt sich mein Körper richtig, richtig gut an. Ich bin viel fitter, wacher, habe keine Magenschmerzen mehr und esse so viel und so regelmäßig wie noch nie zuvor. Das Beste daran ist, dass es auch irgendwie Spaß macht. Ich koche so viel, wie lange nicht mehr, probiere täglich neue Rezepte aus und bin ständig überrascht, wie gut man Zucker- oder Mehlfrei essen kann. Wie neulich schon erwähnt ist Pinterest mein neuer, bester Freund!

Folgt mir gern bei Pinterest

 

Meine Neuentdeckung der letzten Woche sind Ketobrötchen. Ich habe sie für Burger gebacken. Am besten gleich die doppelte Menge vorbacken, denn man kann sie auch prima zum Frühstück essen oder einpacken. Zwei Rezepte habe ich ausprobiert und meinen Favoriten verrate ich euch heute:

ketobrötchen gebacken

Zutaten für sieben kleine oder vier normale Ketobrötchen:

160g gemahlene Mandeln oder Mandelmehl

25g Flohsamenschalen

1/2 Päckchen Backpulver

1 TL Salz

3 Eiweiße

150ml heißes Wasser

Backofen auf 175° vorheizen

 

  1. Alle trockenen Zutaten in eine Schüssel geben und verrühren. Ich habe noch getrocknete Kräuter dazu getan, aber auch Currypulver mit Kurkuma oder getrocknete Tomaten sind toll darin.
  2. Eiweiß dazugeben und mit einem Mixer (Knethaken) kurz verrühren.
  3. Das heiße Wasser nach und nach dazugeben und alles zu einem Teig verrühren.
  4. Backpapier auf ein Backblech geben und 6-7 kleine Portionen oder vier Große darauf verteilen. Die Brötchen gehen nicht so sehr wie normale auf, also schon in etwa die Größe draufgeben, die es später werden soll.
  5. Ich habe noch etwas Sesam obendrauf gestreut und auf die Brötchen mit einem Messer ein Kreuz geritzt.
  6. Je nach Größe ca. 35-50Minuten backen (Stäbchenprobe)-
  7. Kurz abkühlen lassen und belegen oder eine Burgerparty schmeißen.

Burger mit ketobrötchen

Hier kommt noch mein Blitzrezept für selbstgemachte und leckerste Mayo:

100 ml Olivenöl (oder mehr wenn zu flüssig, alternativ für die Ketos MCT Öl)
1 TL Senf
1 Ei
1 TL Zitronensaft
Salz
Pfeffer
Alle Zutaten in ein hohes Gefäß geben und mit dem Pürierstab mixen. Dabei den Pürierstab so lange auf dem Boden lassen, bis das Öl sich verbunden hat und die Masse weiß wird und dann langsam den Stab hochziehen – Fertig!
Guten Appetit