#Hasennase, Anna, Reisen

Wieso in die Ferne schweifen, wenn das Schöne doch so nah ist… | Ole Liese

Ja, wieso eigentlich? Wieso sehne ich mich immer nach der Ferne, dem Süden, dem weit entfernten Meer und Strand, wenn man genauso gut die Umgebung erkunden  und entdecken kann? Da ich ja selbst nur „zugezogen“ bin, in den hohen Norden, die Nähe zur Ostsee und der Blick auf den Hafen mich noch immer beeindruckend dastehen lassen, meine Männer das raue Klima sowieso lieben und ich immer offen für Neues bin, haben wir seit einiger Zeit beschloßen, den Norden noch mehr zu erkunden.

Ihr habt es ja sicher in meinem letzten Blogbeitrag mitbekommen, dass unsere Freunde samt Emils BFF Carla gerade nach Berlin gezogen sind. Bevor das Ganze stattfand, beschlossen wir noch einmal gemeinsam in den Urlaub zu fahren. Eigentlich stimmt das so nicht, denn wir haben einfach den Familientrip unserer Freunde gecrasht und uns selbst eingeladen… #Basta!

Wir wollten schon längst mal eine kleine Reise nach Gut Panker machen und in der Ole Liese übernachten, aber irgendwie verlief das Ganze dann immer wieder im Sand und als unsere Freunde kurz vor Weihnachten verkündeten, dass sie vor ihrem Umzug noch einmal Urlaub an der Ostsee machen wollten und zwar genau dort, da buchten wir spontan auch.

Ich liebe das Meer. Wisst ihr, warum? Mich überkommt immer so eine schön-traurige Melancholie, wenn ich aufs offene Meer schaue. In dem Moment fühle ich mich immer ganz geerdet und vollkommen. Klingt jetzt vielleicht irgendwie Eso, anders kann ich es aber schwer beschreiben. Ich bin so selten im Hier und Jetzt, immer mit einem Fuß schon im Morgen, am Meer kann ich das alles abschütteln und zu mir kommen.

Seitdem ich in Hamburg wohne, mag ich zeitweise sogar die raue See sehr gern – so fern man die passende Kleidung dabei hat. Mittlerweile besitze auch ich sogar eine dicke Winterjacke und einen Regenmantel, nur zu Gummistiefeln konnte ich mich noch nicht  überreden lassen – Ein wenig Stil und Ehre möchte ich mir dennoch bewahren, wobei ich mein Kind schon oft innerlich beneide, wenn er voll Karacho in kniehohe Pfützen springt, oder sich gar in ihnen suhlt… Mit der passenden Kleidung ist das kein Problem, dennoch möchte ich nicht im Matschanzug auf der Pfützenjagt erwischt werden.

Kurzerhand fuhren wir also an einem sonnigen Dezembertag hoch ans Meer in die holsteinische Schweiz und erreichten als erste das wunderschöne Gut Panker. Das Herrenhaus bildet den Mittelpunkt des Gutsdorfes, das Teil der Gemeinde Panker ist und in dem noch heute die Familie von Hessen wohnt, die im Besitz des Gut Pankers sind.

Zudem gibt es auf Gut Panker einige kleine Geschäfte und Galerien, neben den malerischen Pferdeställen zu entdecken. Der Gebäudebestand des Dorfes ist seit dem 19. Jahrhundert weitgehend unverändert, abgesehen von den abgebrochenen und an anderer Stelle erneuerten Gebäuden des Wirtschaftshofs. Zu den erhaltenen Bauten gehören unter anderem die Lehnshäuser der früheren Gutsarbeiter, ein Witwenstift, die Remise und der ehemalige Marstall, in dem eines der bedeutendsten Trakehnergestüte des Landes untergebracht ist.

Außerdem erhalten ist das wunderhübsche und gemütliche Wirtshaus Ole Liese und das dazugehörige Gästehaus. Den Namen erhielt die Ole Liese aufgrund des gleichnamige Lieblingspferds von Fürst Friedrich Wilhelms von Hessenstein zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Im Gegenzug für die Pflege des Tieres erhielt der hier lebende Knecht eine Schanklizenz, aus der die heutige Gaststätte hervorgegangen ist.

Die alte Ole Liese hat inzwischen das Zeitliche gesegnet (Gott hab sie selig) aber ich bin mir sicher, ihr guter Geist ruht noch immer an diesem verwunschenen Ort. Das, was jetzt noch in ihrem Namen auf Gut Panker zu finden ist, ist wirklich jede Reise wert. Ein wunderschön eingerichtetes Hotel zum wohl fühlen. Zwanzig individuell gestaltete Zimmer und Suiten, dienach Weinreben benannt sind, laden zum Verweilen ein. Moderner Komfort, Wärme, edle Stoffe, wohnliche Farben, wertvolle Bilder und elegante Accessoires bestimmen den nordischen Landhausstil des Hauses. Zudem kann man vieles des Interieurs im Hof-eigenen Shop erwerben, falls man die kuschelige Gemütlichkeit mit nach Hause nehmen möchte.

Im Untergeschoß gibt es ein gemütliches Kaminzimmer, das für jeden Gast zugänglich ist und vom ersten Moment an unser liebster Ort im Hotel wurde. Man kann selbst ein Feuer im Kamin zünden und sich beim Glas Wein stundenlange Brettspielbattles liefern.

Zudem ist es für Familien perfekt, da das Hotel so „klein“ ist, dass man problemlos vom ersten oder zweiten Stock mit dem Babyphone unten sitzen kann, während die Kleinen friedlich in den oberen Zimmern schlummern. Für die, die wie wir wahnsinnige Fans von Babyphone Apps sind, reicht auch die Entfernung zum gegenüberliegenden Restaurant Ole Liese.

Dieses testeten wir als erstes nach unserer Ankunft, natürlich mit Kind, ohne Babyphone. Es ist unterteilt in eine gemütliche Wirtschaft und das Gourmetrestaurant 1797. Letzteres wollten wir mit drei sehr lauten Kindern dann doch nicht übertsrapazieren, deswegen kann ich nur von der Ole Liese Speisekarte berichten. Die Gerichte gefallen groß und klein. Es gibt hausgemachte Fischstäbchen, wahnsinnig gute Wiener Schnitzel mit Gurkensalat und selbstgemachte Ravioli, ich hätte gern auf der Stelle noch einmal Alles, Bitte! Die kontrollierten Zutaten kommen im Wesentlichenaus der Region Ostholstein und Norddeutschland. Im Restaurant erzählt uns der „Hausherr“ Oliver Domnick vom Hessenstein, circa zwanzig Minuten zu Fuß erreichbar, wir sind sofort Feuer und Flamme, denn die Sonne ist noch immer auf unserer Seite. Das einzige Problem ist unsere lauffaule #Hasennase aber auch hier gibt es rasch Abhilfe. Aus dem Nachbardorf besorgt man uns innerhalb kürzester Zeit einen Bollerwagen, wir sind im Glück.

Der Hessenstein ist ein aus roten Ziegeln erbauter, neugotischer Aussichtsturm auf dem circa zwei Kilometer entfernten Pielsberg. Der Blick reicht bei klarer Sicht bis zum dänischen Langeland im Norden.

Leider ist die Sonne mittlerweile verschwunden und der Blick reicht nicht mehr allzu weit, aber die bunten Fenster im Turm und die Aussicht von oben sind trotzdem beeindruckend.

 

 

 

Als wir am Bollerwagen ankommen, gibt es kein halten mehr. Die Jungs sitzen zu zweit darin und brettern den Berg Richtung Hotel runter… Das Kind guckt anfangs leicht verängstigt, juchzt aber kurze Zeit später vor Freude mindestens so laut wie das große Kind…ähm…der Papa.

Als wir zurückkommen, ist Carla samt ihrer kleinen Schwester Cleo und ihren Eltern eingetroffen. Wir wärmen uns bei Kakao, Kaffee und Kuchen am Kamin und erzählen von unserem Abenteuer. Unterm Dach des Hotels gibt es auch eine kleine Sauna, in der man sich ebenfalls gut aufwärmen und prima entspannen kann.

Am nächsten Tag fahren wir nach Howacht ans Meer, denn auch das liegt hier nur einen Steinschlag entfernt. Dort schmeckt bei Eiseskälte nach ordentlicher Sandburgenbauerei und Ausschau halten nach Piratenschiffen das Eis und der Kaffee von der kleinen Bude doppelt gut, denn die Sonne lässt sich auch heute wieder blicken.

Den Abend lassen wir nach einem wahnsinnig guten Essen im Restaurant der Ole Liese im Kaminzimmer bei Feuer und Rotwein ausklingen. Wie glückselig, müde und herrlich rotwangig man nach so viel frischer Luft ins Bett fällt – unbezahlbar.

©Ole Liese

Der Abreisetag ist gekommen und ein letztes Mal sitzen wir beim ebenfalls unschlagbar guten Frühstück. Es gibt Eierspeisen a la Carte, selbstgemachte Marmelade, Fleischsalat und duftende Croissants.

Wir sind herrlich entspannt und schlendern anschließend noch ein letztes Mal durch die kleinen Galerien und Lädchen, bevor es gen Heimat geht.

Auf Wiedersehen, Du wunderschönes Fleckchen Norddeutschland. Wir kommen ganz bald wieder, zu Apfelkuchen, Erdbeereis und Bollerwagenabenteuern…

 

 

Vielen Dank an die Ole Liese für den unvergesslichen Aufenthalt!

 

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4 Kommentare

  • Antwort Heidi 13. März 2017 um 13:00

    Da müssen wir hin!

  • Antwort Jen 22. März 2017 um 11:21

    Hallo Anna, das klingt super: überlege auch gerade in den Herbstferien zu buchen. Was hattet ihr für ein Zimmer: mit Kind ist das ja immer so eine Sache. Wo hat euer Sohn geschlafen? Hatte er ein extra Bett oder hattet ihr zwei Zimmer? LG Jen

    • Author
      Antwort Anna Angelina Wolfers 22. März 2017 um 11:25

      Hallo Jen,
      unser Sohn ist vier, der schläft immer bei uns mit im Zimmer, am liebsten in einem Reisebettchen. Das ging auch wirklich gut. es gibt aber auch noch großere Zimmer als usneres, so daß man problemlos ein Beistellbett unterbekommt.

      Liebst,

      Anna

  • Antwort Jen 22. März 2017 um 12:08

    Oh toll: ja stimmt…unsere Tochter ist auch 4. Danke für deine Antwort.
    P.S.: Ich konnte die Closed Heartbreaker noch in Gr 24 bestellen und bin sehr happy damit:-)
    LG

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