#Hasennase, Anna, Gedanken

IT´S WEDDING TIME | “Und, wann heiratest Du?”

Collage_Fotor_wedding_Fotor©Pinterest

Kommt es Euch auch so vor als würde dieses Jahr die ganze Welt heiraten? Oder bin nur ich so oft eingeladen, weil ich die beste Partykanone bin und Niemand meine Anwesenheit missen möchte? …Kann ich verstehen, macht Sinn!

Aber mal im Ernst: Liegt es am Alter? Oder vielleicht auch daran, dass wir in diesen Zeiten mehr aneinander festhalten wollen, uns sicher und geborgen fühlen möchten? Ich finde Hochzeiten grundsätzlich toll, ach, was sage ich – ich lieeeebe Hochzeiten! Der Moment, wenn der Brautvater mit den Tränen kämpft, während er die Braut vor den Altar begleitet und der Bräutigam den Kampf schon längst verloren hat, ich heule JEDES MAL mit! Ich mag es, dass sich alle so unfassbar in Schale schmeissen, die Torte nicht pompös, hoch und süß genug sein kann, die verliebten Blicke des Brautpaares, die ausgelassene Stimmung nach der Trauung und ja, ich liebe Hochzeitskleider, vor allem die von Kaviar Gauche.

bildschirmfoto-2016-09-26-um-08-47-29©KAVIAR GAUCHE

Aber nun ja, so eine Hochzeit zieht natürlich logischerweise eine Ehe mit sich, wo wir bei meinem kleinen Problemchen wären, denn wenn man erst einmal “JA, ich will” gesagt, gehaucht, gekrächzt oder geheult hat, gibt es vorerst kein Zurück mehr. Dann heisst es nicht mehr so einfach wie mit vierzehneinhalb “Ich mache Schluss, weil ich jetzt mit dem Kevin gehe!”, denn dann sollte es schon für länger halten, am Besten für “ein Leben lang”.

Ich kann das bis zu einem bestimmten Punkt verstehen und absolut nachvollziehen, ich habe ja selbst früher schockverliebt “I love ______  (hier kommt der ständig wechselnde Name hin) forever!” auf jedes Schulheft, über mein Bett (ständig musste dort neu gestrichen werden), und in jede Bushaltestelle gekritzelt. Zudem komme ich wirklich aus der Generation in der es noch üblich war, sich Briefe zu schreiben #verrückt. Mein erster richtiger “Ich-liebe-dich-für-immer-Freund” und ich haben uns jeden Tag sehnsüchtige, vor Schnulz und Kitsch kaum zu überbietende, wahnsinnig leidende Postkarten aus dem Urlaub geschrieben, in dem man mit den blöden, nervigen Eltern war. Es gab keine Handys, keine Sms und erst recht keine Whats-App-Sprachnachrichten oder W-Lan. Es gab vielleicht so großzügige, mitfühlende Eltern, die einem ein paar spanische Pesetas in die Hand gedrückt haben (Genau, damals gab es nämlich auch den Euro noch nicht), damit man ein kurzes “Du fehlst mir sooooooooooo” ins Telefon hauchen konnte, bevor das Geld auch schon wieder durchfiel und die Verbindung weg war – Vorausgesetzt, der Schwarm war überhaupt zu Hause und somit in Reichweite des Festnetzes… (Oh Gott, komme ich mir gerade sehr alt vor beim Schreiben dieses Textes).

Ein paar Beziehungen, Kevins und “I-love-you-forevers” später bin ich jetzt selbst umgeben von diesen Menschen, die das wirklich ernst meinen mit dem “Forever” und nicht nur für zweieinhalb Monate, sondern eher so ein Leben lang. Es fühlt sich erwachsen an und hatten wir uns denn nicht eigentlich geschworen, dass wir niemals erwachsen werden wollten?

Okay, ich muss zugeben, dass das mit dem Erwachsenwerden bei mir schon anfing, als die #Hasennase vor knapp vier Jahren bei uns strandete. So viel Verantwortung für dieses kleine Wesen von heute auf morgen, plötzlich um fünf Uhr aufstehen, (früher kam ich da gerade mal nach Hause), gefühlt antizyklisch zum befreundeten Umfeld leben, mein neues Leben im Jetlag!

“Ach du Scheisse, der kleine Kerl geht jetzt echt nicht mehr” schoss es mir manchmal durch den Kopf. Heute weiss ich, dass es so ziemlich das Coolste ist, was wir bisher als Paar auf die Beine gestellt haben. Zudem wird dieser kleine Rabauke uns immer miteinander verbinden, da hat man es mit einem Ehering doch  fast einfacher, den könnte man dann theoretisch irgendwann wieder ablegen kann… Das Kind hingegen an der Raststätte vergessen kommt nicht so gut, denke ich…

 

Bildschirmfoto 2016-08-12 um 10.17.22

Aber wenn man dann durch ein Kind sowieso die stärkste Verbindung hat, macht dann eine Ehe überhaupt Sinn für mich? Ja, die Liebe besiegeln absoult, die Hochzeitsparty und das Kaviar Gauche Kleid sowieso, aber danach gehen mir irgendwie die Punkte für eine Ehe aus – Zudem finde ich den Begriff “wilde Ehe” irgendwie sexy. Und spätestens seit letzter Woche und dem Brangelina-Aus weiss man doch wirklich nicht mehr, wer oder was für die ewige Liebe steht… Wenn nicht Brangelina, wer dann?! Was, wenn die Liebe stirbt, man sich irgendwann einfach blöd findet, oder ein Kevin daherkommt, was dann? Dann wird diese einst in voller Liebe begonnene Ehe durch – vielleicht wie bei Brangelina – irgendein Anwaltsschreiben und ner Menge Bürokram, vielleicht sogar im schlimmsten Fall mit einem langen Rosenkrieg beendet – Macht das Sinn? Kann man dieses “Forever” heute überhaupt noch erreichen?

Kann man nicht einfach eine “Party of Love” feiern, genau wie eine Hochzeit, nur ohne so viel Druck wie “Bis das der Tod euch scheidet”? Versteht mich nicht falsch, ich finde Heiraten nach wie vor irgendwie toll, nur fühlt es sich momentan einfach eine Nummer zu groß an. Wie vom Zehn-Meter-Turm springen! Es kribbelt und vielleicht möchte man ja auch gern, aber…

 

Eure Anna ♥

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7 Kommentare

  • Antwort Claudi 26. September 2016 um 9:27

    Liebe Anna,

    einer der schönsten, romantischsten und lustigsten Beiträge, den ich je gelesen habe. 🙂
    Ich glaube, du sprichst damit so vielen Menschen aus der Seele. Ich selber würde jeden einzelnen Satz in dem Post sofort unterschreiben!

    Ich wünsche dir einen schönen Wochenstart!

    Liebe Grüße
    Claudi

  • Antwort Kerstin.Hkp 26. September 2016 um 12:43

    Liebste Anna,
    sooo schön… Meine Meinung: Heiraten aus Vernunft, weil ein Kind unterwegs ist oder man aus beruflichen Gründen nicht in wilder Ehe leben darf (ja sowas gibt es heutzutage noch) wäre absolut keine Option. Heiraten, aus Liebe, jaaaa… Ob kirchlich oder nicht, ganz egal. Um sich gemeinsam und der Beziehung die Krone aufzusetzen, jaa. Mit Kleid und Torte und ganz viel Liebe. Aber wann, das sollte jeder selber entscheiden. Ich liebe auch Hochzeiten, aber bin genervt von der ständigen Frage “und, wann ist es bei euch soweit”. Jeder, wann und wie er will und nicht wegen dem Druck der Gesellschaft. Ich bin für das happy End, wenn es dann hält. Wir sollten, grade in dieser Zeit an das Gute glauben und uns selber viele schöne Momente schenken! Liebe Grüße Kerstin

  • Antwort Steffi müller 26. September 2016 um 16:25

    Wunderschöner und zauberhafter blogpost ☆

  • Antwort Kathi 26. September 2016 um 17:18

    Wunderschöner, ehrlicher Blogpost!

  • Antwort Maren E. 26. September 2016 um 17:34

    Wunderschöner Blogpost. Silbermond singt:”Gib mir irgendwas das bleibt.” Und ergänzt deinen begonnenen Satz von Beständigkeit.

  • Antwort Janin 26. September 2016 um 22:46

    Liebe Anna !!
    Alles was du geschrieben hast ist absolut wahr. Das mit den heiraten ist echt ein wahnsinnig wichtiges Thema und es soll gut überlegt sein. Ich bin noch nicht so alt und habe den Richtigen auch noch nicht gefunden, ich halte nur leider nicht sehr viel vom Heiraten. Ich finde es würde ein wunderschönes Fest werden, mit langem Kleid und all das was du geschrieben hast. Aber ich denke es ist schwer sich an jemanden zu binden für ein Leben lang auch wenn man sich vertraut, man kann nie vorraus sehen was so passiert. Das ist leider so. Aber ich denke es ist gut wenn man weiß wo man hingehört und wozu heiraten wenn man doch ganz genau weiß, dass man im Herzen imer verbunden bleibt egal was noch kommt… Um das erwachsen werden auch noch anzusprechen, ja wir sind glaube ich alle der Meinung nie erwachsen werden zu wollen aber man kann definitv nichts dagegen tun und das ist auch gut so…in unserem Herzen bleiben wir sowieso immer noch Kind und das wird sich auch niemals ändern ich glaube das ist ganz beruhigend zu wissen. Aber solange man immer noch Träume hat und sich gut fühlt bei oder nach dem Regen in die Pfützen zu springen, ist irgendwo noch ein kleines bisschen Peter Pan im Herzen. Ich wünsche dir Liebe Anna auch ohne Hochzeit eine lange und glückliche Liebe mit #hasennaseforlife der die Krönung des Glückes ist…Du bist die beste Anna !! ❤️ Kuss und Grüsschen deine Janin !!

  • Antwort Ines 28. September 2016 um 18:05

    Liebe Anna,

    schöner und ehrlicher Beitrag! Zum Glück leben wir nun in einer Zeit, in der eine Heirat kein gesellschaftlicher Muss mehr ist, wie es noch in Zeiten unserer Groß-und Urgroßeltern war. Eine unverheiratete Frau (noch mit Kind) ist keine Schande mehr wie früher. Die Frauen sind immer unabhängiger geworden, eine Frau ist nicht mehr nur eine Frau von Herrn… Die Heirat an sich hat in den letzten Jahren den früheren Sinn irgendwie verloren.

    Ich bin seit 15 Jahren glücklich verheiratet und würde es immer wieder tun. Wir fanden es schön, unsere Liebe und unseren Zusammenhalt auch vor dem Gesetz zu zeigen und zu bestätigen…eben, weil man es heutzutage nicht mehr muss, sondern einfach darf, wenn man wirklich möchte. Natürlich hat man durch eine Heirat keine Sicherheit, dass die Ehe ewig hält, aber das hat man bei einer “wilden Ehe” ja auch nicht. Ich habe nie an dieses “offene Hintertürchen – was ist, wenn in ein paar Jahren ein Kevin um die Ecke kommt…” gedacht. Man gibt eine Ehe vielleicht nicht so leicht auf und geht schnell zu einem neuen Kevin wie in einer “wilden Ehe”, aus der jeder ohne Probleme gleich aussteigen kann. Wir wollten als Familie auch einen gemeinsamen Nachnamen haben. Es gibt auch andere Angelegenheiten, in denen es vorteilhaft ist, verheiratet zu sein (z. B. Unfälle und ärztliche Informationen).

    Man kann mit und auch ohne zusammen lange glücklich werden, eine Garantie gibt es da nicht.

    Herzlichen Gruß
    Ines

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